Konfirmandenprojekt Zeitensprünge 2008: Gegen das Vergessen III

Mit der 3. Konfirmandengruppe haben wir an der Konzeption für die Errichtung eines Gedenkpunktes an der Lommatzscher Kirche gearbeitet, um an die Erschießung von 36 Menschen an Kirche zu Lommatzsch zu erinnern.
Im Glashof Riesa haben wir in Zusammenarbeit mit einem Glasdesigner eine Glasinstallation erschaffen.
Die Gedenktafel ist am Volkstrauertag 2007 der Öffentlichkeit übergeben worden.
In dem Gottesdienst am Volkstrauertag hat die Projektgruppe über ihre Arbeit berichtet und mit Texten, Powerpointepräsentation und Gebeten den Gottesdienst mitgestaltet.

Im Stadtarchiv haben wir zum Thema „Frühe KZ`s in Sachsen gesucht. Dabei sind wir auf zwei Polizeiberichte gestoßen, die Verurteilungen zur Schutzhaft beinhalten. Auf 20 Seiten ist dies dokumentiert worden und fließt in eine große Dokumentationsmappe ein.
Mit der Konfirmandengruppe haben wir die Gedenkstätte Münchner Platz besucht. Unser besonderes Interesse galt der Tätigkeit des Volksgerichtshofes in der NS-Zeit und der Münchner Platz als Haft- und Gerichtsort der sowjetischen Geheimpolizei von 1945-50. In diesem Zusammenhang haben wir im Dokumentationszentrum die Bestätigung der 8 Verhafteten aus Lommatzsch erhalten, die im Speziallager Jamlitz und Buchenwald gewesen waren und dort bis auf einen verstorben sind.
Der Münchner Platz als Ort der Verurteilung durch Militärtribunale ist uns erklärt worden und wir konnten herausfinden, dass der Fabrikbesitzer W. Jähnig am 14.4.1946 am Münchner Platz erschossen worden ist.
Das Landgericht am Münchner Platz war auch Gerichtsort für einen Verurteilten aus Lommatzsch, der zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenverlust verurteilt worden war.
Ein Rehabilitierungsbeschluss haben wir vom Sohn des Verurteilten erhalten und in unserer Broschüre dokumentiert.

Alle anderen Ergebnisse sind in die große Dokumentationsmappe von 360 Seiten aufgenommen worden. Eine Leseprobe finden sie hier.

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