Auf den Spuren von Hofbildhauer Paul Heermann

Unsere ersten Erkundungen über den Schöpfer des Lommatzscher Altars haben wir nun schon hinter uns. Einen ersten Überblick in das Schaffen von  Paul Heermann haben wir uns in Dresden verschafft. Unser Weg führte in den Dresdner Zwinger. Nach seiner Studienreise in Rom um 1700  zieht es ihn an den Dresdner Hof.  Im Jahre 1701 legte ein Großbrand das Residenzschloss in Dresden in Schutt und Asche. In den folgenden Jahren, verstärkt ab 1717, wurde am Aufbau des Schlosses und der dazugehörenden Anlagen gearbeitet. Einer der vielen Bildhauer unter der Leitung von Balthasar Permoser ist Paul Heermann. So finden wir von ihm Arbeiten am Wallpavillon am Kronentor und Skulpturen am Mathematischen Pavillon.

 Mit seinem Urteil des Paris 1718 am Walpavillon zeigte er, dass er auf dem Höhepunkt seines Schaffens ist.

Mit einer Führung im Neuen Grünen Gewölbe bekamen wir einen Einblick in die Vielfalt seines Schaffens. Am beeindruckendsten ist  1701 die  Mitarbeit  am „ Das Goldene Kaffeezeug“, geschaffen für August den Starken. Unter der Leitung des Hofjuweliers J. Melchior Dinglinger schuf er den reichen Figurenschmuck aus Elfenbein.

Unser Weg führte nun an das Fasanenschlösschen nach Moritzburg. Drei lebensgroße Sandsteinfiguren aus dem Jahre 1720/25 zieren die Fasanerie. Ursprünglich haben sie wohl zuerst in Dresden gestanden und sind nach der Umgestaltung des Fasanenschlösschens ab 1770 dahin gekommen.

Auf unserer Konfirmandenfahrt nach Prag haben wir seine ersten großen Leistungen am Schloss Troja bewundern können. Sein Onkel George Heermann, bei dem er in die Lehre gegangen war, hatte den Auftrag am Figurenschmuck der  prächtigen Freitreppe am Schloss bekommen. 1695 wurde der Hauptteil der Arbeiten abgeschlossen. Als George Heermann um 1700 verstarb, war sein Werk noch nicht vollendet.

Wahrscheinlich hatte Paul Heermann, am Werk seines Onkel als Geselle mitgeholfen, so dass er nun beauftragt wurde, sein Werk zu vollenden. Besonders die Figuren an den Treppenaufgängen sind ihm zuzuschreiben.

Soweit ein kleiner Einblick in die ersten Erkundungen. Inzwischen waren wir in der Skulpturensammlung Dresden und in der Leubnitzer Kirche, wo wir Werke von ihm betrachten konnten. Von unseren nächsten Entdeckungen werden wir bald berichten. 

 

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